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Chronik

Geschichte des "Kleingartenverein am Oelpfad" in Holzwickede
Zusammengefasst von Karl - Heinz Lauer

 

Es war 1974 als der Rat und die Gemeindeverwaltung von Holzwickede zu der Ansicht kam, dass eine Kleingartenanlage mit parkähnlichem Charakter, einem Kinderspielplatz und der Öffentlichkeit zugänglich in Holzwickede noch fehlte. Ein entsprechendes Gelände das man zur Pacht bereitstellen wollte war zwischen dem Oelpfad und der Bahnlinie schon ausgeguckt.

 

Es fehlte nur noch eine Interessengemeinschaft die dieses Vorhaben in die Tat umsetzen könnte. Die örtliche Presse machte das Vorhaben wiederholt bekannt. Im Herbst 1974 trafen sich 35 Interessenten und gründeten am 11. November den Kleingartenverein "Am Oelpfad". Natürlich wurde alles ordentlich nach deutschem Recht gemacht.

 

7 Mitglieder bestätigten beim Amtsgericht in Unna mit ihrer Unterschrift die Vereinsgründung. Der Hauptvorstand wurde in das Vereinsregister eingetragen. Da standen nun 35 angehende Kleingärtner um den gewählten 1. Vorsitzenden Helmut Müller, seinen Vertreter Karl-Heinz Rummel, den Kassierer Klaus Dörnemann und der Schriftführerin Frau Zülch und wollten voller Tatendrang eine Kleingartenanlage errichten. Es waren Handwerker aus allen Berufen Kaufleute, Beamte, Ingenieure und Techniker. Keiner von ihnen hatte bisher eine Kleingartenanlage auf einem bis dahin landwirtschaftlich genutztem Gelände errichtet.

 

Hilfe tat Not! Da war vor allem die Gemeindeverwaltung mit dem damaligen Bauamtsleiter Herrn Betzinger eine große Unterstützung. Auch vom Landesverband der Kleingärtner kamen viele Ratschläge. Der ehemalige Vorsitzende Herr Sulk war immer ansprechbar. Um das Gelände in Parzellen, Fahrwege, Grünflächen, Zufahrten, Parkplätze und einen Kinderspielplatz aufzuteilen wurde von der Gemeinde das Planungsbüro Waltermann in Münster beauftragt einen entsprechenden Plan auszuarbeiten.

 

Während auf die ersten zugesagten finanziellen Zuschüsse gewartet wurde unternahmen die Kleingärtner im Februar 1975 eine Erkundungsfahrt zu den Kleingartenanlagen in Fröndenberg, Pelkum und Unna-Königsborn. Dort wurde das Wissen der Holzwickeder bzgl. der Gestaltung einer Kleingartenanlage mit Laubentyp, Wegbefestigung, Gemeinschaftsplätzen, Bepflanzungen usw wesentlich erweitert. Im April 1975 fand die 1. Ortsbesichtigung mit Vertretern der Gemeinde, des Landesverbandes und dem Planungsarchitekten am Oelpfad statt.

 

Ende April 1975 kann die Gemeinde den Abschluss des Grundstückankaufs um die Eiche Am Oelpfad vermelden, Inzwischen war die Zahl der Bewerber für einen Kleingarten auf 50 gestiegen. Im Oktober. 1975 legte dann endlich das Planungsbüro der Gemeinde den Entwurf für die Gestaltung der Anlage vor. Die Landesbaubehörde Ruhr in Essen, der Landesverband der Kleingärtner und die Gemeinde Holzwickede hatten alle Vorbereitungen getroffen. Die Planung war abgeschlossen und damit konnte die Erschließung beginnen! Im Gemeindeetat wurden die ersten Gelder freigegeben.

 

Die Mitglieder des Vereins hatten sich inzwischen auf einen Laubentyp geeinigt, der als einheitliches Bauwerk jeden zukünftigen Garten zieren sollte. Die Baugenehmigung wurde beantragt. Im Dezember 1975 wurden die Parzellen für den 1. Bauabschnitt verlost, deren Größe zwischen 330 + 400 m2 betrug.

 

 Unterdessen wirkten die Kleingärtner unverdrossen weiter. Im September 1976 war der Anschluss an das örtliche Wassernetz vollbracht. Bis dahin gestaltete sich die Wasserversorgung recht abenteuerlich. In Fässern und Kübeln wurde das Wasser aus dem 1km entfernten Natorper-Bach geholt. Nachdem die Wasserleitung verlegt war, ging der Ausbau der Wege zügig weiter. Ebenso wurde der 2. Bauabschnitt in Angriff genommen. Zwischendurch kam es immer wieder zu Baustops durch den Kreis Unna oder wegen fehlender Gelder. Trotz allem ließen sich die Kleingärtner nicht entmutigen. Das Vereinsleben wurde aktiviert.

 

Im Nov. 1977 wurde die Frauengruppe gegründet die bis heute großen Anteil an der Organisation bei den Vereinsfeiern hat. Erntedankfeste wurden geplant, Nikolausfeiern und Sommerfeste für die Kinder vorbereitet, Osterfeuer und Grillfeten standen im Plan. Im Herbst 1977 übernahm Karl-Heinz Rummel den Vereinsvorsitz. 1978 bis zum Frühjahr 1979 wurde weiter an der Verschönerung der Anlage gearbeitet. Der Kinderspielplatz entstand.

 

Zwischendurch gab es dann ein paar Wermutstropfen als Randalierer im April 1978 14 Lauben verwüsteten. Auch in den folgenden Jahren sind wir leider von ähnlichen Ereignissen nicht verschont geblieben. Am 2. Juni 1979 war es dann endlich soweit. Die Kleingartenanlage wurde mit einem großen Gartenfest offiziell eingeweiht. 1980 wurde der 3. und damit letzte Bauabschnitt für 22 Gärten in Angriff genommen. 1981 wurde die Anlage an das Stromnetz angeschlossen. Besonderer Glanz zog aber 1981 mit dem Sieg im Bundeswettbewerb für Kleingartenanlagen unter dem Motto "Gärten im Städtebau" bei uns ein. Es war ein Motivationsschub der die Arbeit der nächsten Jahre geprägt hat.

 

Im Frühjahr 1988 wurde, nachdem alle Bauformalitäten mit der Gemeinde geklärt waren, mit dem Bau des Vereinsheims begonnen. Mit über 4000 geleisteten Gemeinschaftsstunden wurde das Haus, ohne jegliche finanzielle Belastung für die Vereinsmitglieder, im August 1989 fertig gestellt und eingeweiht. Dieses Vereinsheim wurde sehr schnell zum Mittelpunkt im Vereinsleben. Als Treffpunkt für Sitzungen und Veranstaltungen aller Art, sowie als Tagungsort für die Frauengruppe ist das Haus nicht mehr wegzudenken.

 

   

 

 

 

 

 

 

Von 1994 bis 2004 bereiteten ca. 22 sangesfreudige Kleingärtner unter dem Chorleiter Fritz Kröger, auf vielen Veranstaltungen auch außerhalb Holzwickedes, den Zuhörern viel Freude mit ihren Liedern. Bekannt waren sie unter dem Namen "Die singenden Kleingärtner".

 

Für den zu früh verstorbenen ehemaligen. Vorsitzenden K.-H. Rummel, führte Walter Berg von 1991 bis 2001 den Verein mit 84 Gärten. Jahr für Jahr wurde kontinuierlich an der Verschönerung der Anlage weiter gearbeitet Kreativität und Einsatzfreude haben in der Anlage Biotope entstehen lassen. Trockenhecken, Totholzhaufen, Natursteinmauern, Blumenwiesen und Teiche tragen ihren Teil zum Natur- und Umweltschutz bei. Ein Vogellehrweg, Blumen- und Gewürzbeete, sowie Bänke in Nischen und unter schattigen Bäumen, als Ruheplätze für Gartenbesucher und eine öffentliche Toilette runden das Bild ab. Mit dem Gewinn der "Roten Azalee", der höchsten Auszeichnung im Wettbewerb um die schönste Kleingartenanlage im Bezirk Hamm - Kreis Unna, wurden unsere Bemühungen in den Jahren 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008 (Platz 2), 2010, 2012, 2014 und 2016 belohnt.

 

Außerdem wurde unsere Anlage 2000, 2002 und 2004 Sieger bei der Verleihung des Öko-Preises. 2003 wurden wir mit dem 4. Platz bei dem Landeswettbewerb von Westfalen-Lippe "Naturnahe Kleingartenanlagen" ausgezeichnet. 2005 erzielten wir die Bronzemedaille im Landeswettbewerb "Kleingartenanlagen in Nordrhein Westfalen". 2008 erhielten wir den Umweltpreis der Gemeinde Holzwickede und den Klimaschutzpreis der REW. Auf all diese Erfolge sind wir stolz.

 

von links nach rechts: Gero Kasischke, Landesfachberater, Baumschule Pfingsten Dortmund, Ministerin Bärbel Höhn, Horst Breer

 

von links nach rechts: Gero Kasischke, Landesfachberater, Baumschule Pfingsten Dortmund, Ministerin Bärbel Höhn, Horst Breer

Die damalige Ministerin Bärbel Höhn (Grüne) zeichnete in der Landesgartenschau Gronau bei der Siegerehrung überraschend den Kleingartenverein "Am Oelpfad" mit dem Gewinn des vierten Platzes aus.

 

Am 18.08.2007 und einige Tage vorher war das "Zweite Deutsche Fernsehen" (ZDF) zu Dreharbeiten in unserer Anlage.

Das Ergebnis wurde an einem Sonntag Abend im Januar 2008 im Rahmen der Sendung "ZDF Reportage" ab 18:30 Uhr gezeigt.

 

von links: Frank Hennecke (Kameramann ZDF), Klaus Schwalbach, Dr. Ute Waffenschmidt (ZDF Studio NRW Düsseldorf), Hermann Volke, Doris Volke, Doris Bruhn, Manfred Bruhn, Karl-Heinz Lauer, Horst Breer, Stefan Nowack (Tontechniker ZDF)

von links: Frank Hennecke (Kameramann ZDF), Klaus Schwalbach, Dr. Ute Waffenschmidt (ZDF Studio NRW Düsseldorf), Hermann Volke, Doris Volke, Doris Bruhn, Manfred Bruhn, Karl-Heinz Lauer, Horst Breer, Stefan Nowack (Tontechniker ZDF)

 

 

2001 übernahm Horst Breer, für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Walter Berg die Vereinsführung. Ihm folgte nach neunjähriger Tätigkeit als Vorsitzender nun im März 2010 Maik Schwabe. Mit dem 35jährigen Polizeikommissar wurde ein Generationswechsel im Vorstand eingeleitet.

 

Mit der Kleingartenanlage "Am Oelpfad" ist in Holzwickede ein Naherholungsgebiet entstanden, das mit seinen vielfältigen naturnahen Einrichtungen in jedem Jahr Kindergärten, Schulklassen, Vereine und Gruppen zu Führungen in die Anlage lockt. Die ursprünglichen Auflagen der Gemeinde an den Kleingartenverein sind damit mehr als erfüllt. Vom Rat und der Verwaltung in Holzwickede wird das, wie wir aus den verschiedensten Reaktionen immer wieder feststellen dürfen, gebührend anerkannt.

 

Seit 2012 ist Horst Breer wieder Vorsitzender und leitet bis heute den Verein.